Gera: Der Norweger Helge Nordahl gewinnt das Albrecht-Beer-Turnier
IM Helge Nordahl aus Norwegen gewinnt das 4. Albrecht-Beer-Turnier in Gera mit 6,5 aus 7. Seinen einzigen halben Punkt gab er gleich in der ersten Runde ab, ausgerechnet gegen den späteren Tabellenletzten. Bester Jugendlicher wurde der U12-Spieler Aras Kutlar aus Hamburg auf Rang acht.
Der Turniersieger begann mit einem Stolperer. In Runde 1 kam IM Helge Nordahl, die Nummer zwei der Setzliste, gegen Jürgen Streit nicht über ein Remis hinaus. Streit hatte gut 400 Elo-Punkte weniger, spielte danach noch drei Runden und beendete das Turnier mit genau diesem halben Punkt auf dem letzten Platz. Nordahl gewann anschließend sechs Partien am Stück.
Die Entscheidung fiel am Sonntagmorgen am ersten Brett. Nordahl und Jasper Heinke von der SG Leipzig gingen mit je 5,5 Punkten in die Schlussrunde. Heinke, nur an zwölf gesetzt, hatte am Samstagnachmittag FM Luca Englert geschlagen, der nach fünf Runden mit 5 aus 5 allein geführt hatte. Nordahl gewann mit Schwarz und war mit 6,5 Punkten durch. Edwin Fischer vom SC Reichenbach schlug am Nachbarbrett die Polin Nina Bos und wurde mit 6 Punkten Zweiter. Heinke blieb Dritter vor Nordahls Landsmann FM Joachim Solberg, der für Nickelhütte Aue spielt und zum Abschluss Englert besiegte. Für Englert blieb nach zwei Niederlagen zum Schluss Rang fünf.
Ein U12-Spieler holt sich einen FM
Zwei Namen weiter unten verdienen einen zweiten Blick. Aras Kutlar vom Hamburger SK spielt noch in der Altersklasse U12 und war an 32 gesetzt. Er schlug in Runde 3 FM Karsten Schulz, verlor nur eine Partie und wurde mit 5 Punkten Achter. Dafür gab es den Preis für den besten U18-Spieler, und obendrein nimmt er 68 Elo-Punkte mit. Noch mehr legte Nina Bos zu. Die Polin war mit 1772 an 89 gesetzt, saß in der Schlussrunde an Brett 2 und nimmt 154 Elo-Punkte mit nach Hause.
Der Namensgeber: 224 Einsätze in der ersten Liga
Bleibt die Frage nach dem Namensgeber. Mit dem Turnier würdigen die Geraer Schachvereine, der Stadtsportbund und die Stadt das Lebenswerk von Albrecht Beer. Beer hat sich als Organisator, Trainer und leidenschaftlicher Schiedsrichter einen Namen gemacht. 2017 bekam er die Silberne Ehrennadel des Deutschen Schachbundes, und mit 224 Einsätzen in der ersten Liga führte er die Liste der damals Geehrten mit großem Vorsprung an. In Gera gründete er mit Kurt Rogler die erste reine Frauenschachabteilung, er hatte die Idee zu den Internationalen Geraer Schachtagen und schrieb über 2000 Artikel für Zeitungen und Schachzeitschriften, gezeichnet mit „- ab -“. Zum Turnier gehören auch die Thüringer Einzelmeisterschaften. In der Panndorfhalle saßen diesmal 128 Spielerinnen und Spieler am Brett.
