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Acht Mann punktgleich: Gumularz wird Polens Schnellschachmeister

Bei der Polnischen Schnellschachmeisterschaft in Lubin kamen acht Spieler mit 7,5 Punkten aus neun Runden ins Ziel. Die Feinwertung sprach für Szymon Gumularz, der im März schon Meister im klassischen Schach geworden war. Titelverteidiger Kacper Piorun stand in der letzten Runde auf Gewinn, ließ den Sieg aus und wurde Dritter. Ende Oktober spielt Gumularz am Tegernsee.

3. Oktober 20263 Minuten LesezeitAusgabe 1

Kacper Piorun hatte den Titel praktisch schon wieder in der Hand. Am ersten Brett der Schlussrunde stand der Titelverteidiger mit Weiß gegen Piotr Jagodziński nach dem 30. Zug von Schwarz klar auf Gewinn. Der schwarze König hing auf e8 in der Mitte fest, und mit 31.Tc1 und der Idee Tc7 wäre Weiß wohl durchgekommen. Piorun hatte noch rund eine Minute auf der Uhr und zog 31.h4. Darauf kam 31...Te2 mit Angriff auf f2, der Vorteil war weg, und nach einer langen Serie von Damenschachs endete die Partie im 42. Zug remis. Mit einem Sieg wäre Piorun mit 8 Punkten allein vorn gewesen.

Piorun – Jagodziński, Runde 9Weiß am Zug: gespielt wurde 31.h4, stärker war 31.Tc1

Fünf vorn, vier dahinter, acht am Ende

Vor der neunten Runde führten fünf Spieler mit 7 Punkten, nämlich Piorun, Szymon Gumularz, Marcin Tazbir, Mikita Mayorau und eben Jagodziński. Vier davon saßen an den ersten beiden Brettern gegeneinander, und beide Partien endeten remis. Gumularz und Tazbir, Vereinskollegen bei Polonia Wrocław, trennten sich nach 35 Zügen in einer Partie, in der keine Seite je klar besser stand. Mayorau verlor am dritten Brett gegen Marcin Krzyżanowski. Von hinten kamen vier Spieler mit 6,5 Punkten, die alle gewannen. Das waren Krzyżanowski, Jan Malek, Radosław Psyk und Adam Gibała. Macht acht Mann mit 7,5 Punkten, und die Feinwertung musste ran.

Die fiel denkbar knapp aus. In der ersten Wertung lagen Gumularz und Tazbir mit je 54,5 gleichauf, erst die zweite trennte die beiden mit 60 zu 59 für Gumularz. Piorun kam mit 53 auf Platz drei. Gold, Silber und Bronze gingen also an drei der vier Spieler von den Spitzenbrettern, und der vierte, Jagodziński, wurde Siebter.

Ein Kandidatenmeister ärgert die Großmeister

Der heimliche Held des Tages ist trotzdem er. Piotr Jagodziński trägt den Titel eines Kandidatenmeisters, stand mit 2234 in der Startliste und gewann sieben seiner neun Partien, darunter in den Runden 7 und 8 gegen die Großmeister Jurij Zezulkin und Miłosz Szpar. Verloren hat er nur in Runde 4 gegen Jan Klimkowski. Ähnlich stark spielte FIDE-Meister Adam Gibała, der in der letzten Runde mit Schwarz den Setzlistenersten Jakub Kosakowski schlug. Für Kosakowski endete das Turnier auf Platz 45, für den an zwei gesetzten Paweł Teclaf auf Platz 28. Bei 554 Teilnehmern, darunter 18 Großmeister, und zehn Minuten plus fünf Sekunden Bedenkzeit je Partie bleibt für Reparaturen wenig Zeit.

Zweites Gold des Jahres für Gumularz

Für Szymon Gumularz ist es der zweite Meistertitel 2026. Im März wurde der 24-Jährige in Warschau zum ersten Mal Polnischer Meister im klassischen Schach, und der Titel stand schon eine Runde vor Schluss fest. Er stammt aus Myślenice, ist seit 2021 Großmeister und spielt seit 2014 für Polonia Wrocław. In der Oktoberliste steht er bei 2609. In Lubin war er 2023 schon einmal Dritter, damals hinter Piorun und Kosakowski. Diesmal gewann er sechs Partien und spielte dreimal remis. In Runde 6 schlug er den späteren Vierten Malek, in Runde 8 Michał Krasenkow.

Piorun, Sieger von 2023 und 2025, hat die Titelverteidigung damit um einen Zug verpasst. Im Vorjahr hatte er mit 8,5 Punkten gewonnen. Lubin war zum vierten Mal in Folge Gastgeber. Der Preisfonds lag bei 40.000 Zloty, 7.000 davon waren für Platz eins ausgeschrieben.

Wer sich den neuen Doppelmeister aus der Nähe ansehen will, hat bald Gelegenheit. Gumularz steht auf der Meldeliste der Offenen Internationalen Bayerischen Meisterschaft am Tegernsee, die vom 31. Oktober bis 8. November gespielt wird. Gemeldet ist er dort als Spieler des SV Werder Bremen, und im Vorjahr wurde er am Tegernsee Dritter.

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