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Total Chess: Die 24 für Budapest stehen fest

Vom 10. bis 20. November probt Norway Chess in Budapest eine neue Weltmeisterschaft, die drei Bedenkzeiten in einen Topf wirft. Jetzt sind alle 24 Plätze vergeben. Magnus Carlsen führt das Feld an, Vincent Keymer ist dabei, und wer fehlt, ist fast so interessant wie die Liste selbst.

28. September 20263 Minuten LesezeitAusgabe 1

Hikaru Nakamura hat sich die Sache angesehen und sein Urteil gefällt. Das Turnier sei „total fluff“, frei übersetzt völlig belangloses Zeug, und der Name sperrig. Die Nummer zwei der Welt hatte im Januar zu den ersten 16 gehört, die eine Einladung sicher hatten. Spielen wird er nicht. Die Veranstalter haben ihr Feld trotzdem vollbekommen, und schlecht sieht es nicht aus.

Achtzehn Spieler über 2700 und zwei Frauen

Die letzten sechs Plätze gingen an Levon Aronian, Le Quang Liem, Shakhriyar Mamedyarov, Jorden van Foreest, Abhimanyu Mishra und Andrew Hong. Die ersten 18 Namen standen schon seit dem Vormonat fest, angeführt von Magnus Carlsen und Fabiano Caruana. Nach der Septemberliste haben 18 der 24 Spieler mindestens 2700 Elo, und von den besten 13 der Welt sind zehn dabei. Vincent Keymer ist mit 2764 die Nummer vier im Feld, hinter Carlsen, Caruana und Wesley So. Mit Bibisara Assaubayeva und Vaishali Rameshbabu spielen zwei Frauen mit. Die beiden jungen Amerikaner am Ende der Liste sind die Außenseiter. Mishra ist 17 und hält weiter den Rekord als jüngster Großmeister aller Zeiten.

Auf der Liste der Abwesenden steht neben Nakamura auch Weltmeister Gukesh. Bei ihm ist der Grund schlicht der Kalender. Sein WM-Kampf gegen Javokhir Sindarov beginnt am 24. November in Genf, vier Tage nach dem Ende in Budapest. Für Sindarov gilt dasselbe. Frauenweltmeisterin Ju Wenjun, Wei Yi und Viswanathan Anand waren ebenfalls für eine Einladung vorgesehen und fehlen jetzt. Warum, haben die Veranstalter nicht gesagt.

Drei Bedenkzeiten, ein Titel

Hinter Total Chess stehen die Macher von Norway Chess. Im Oktober 2025 bekamen sie von der FIDE den Segen für eine neue Weltmeisterschaft, die den besten Allrounder sucht. Gespielt wird Blitz, Schnellschach und „Fast Classic“. Das ist eine verkürzte klassische Partie mit 45 Minuten und 30 Sekunden Zugabe, die trotzdem für die klassische Elo-Zahl zählt. Wer am Ende vorn liegt, darf sich „FIDE World Combined Champion“ nennen. Den ersten Titelträger gibt es allerdings erst 2027. Budapest ist der Probelauf.

Wir suchen den totalen Schachspieler: einen vielseitigen, taktisch klugen und technisch starken Athleten, der sich mühelos auf mehrere Bedenkzeiten einstellt.Kjell Madland, Chef von Norway Chess · übersetzt nach FIDE

Der Ablauf braucht einen Moment. Am 10. November spielen alle 24 ein Blitzturnier über neun Runden mit 3 Minuten und 2 Sekunden Zugabe. Dessen Ergebnis legt nur fest, wer in der Gruppenphase bei Gleichstand vorn ist. Dann geht es in vier Sechsergruppen, in denen an fünf Tagen jeder zweimal gegen jeden spielt. Das macht zehn Fast-Classic-Partien, und gezählt wird wie im Fußball mit drei Punkten für den Sieg und einem fürs Remis.

Ausscheiden kann danach niemand. Der Gruppenplatz entscheidet nur, um welche Ränge man weiterspielt. Die vier Gruppensieger machen die Plätze eins bis vier unter sich aus, die Zweiten die Plätze fünf bis acht, und so geht es weiter nach unten. An jedem K.-o.-Tag gibt es vier Blitzpartien, zwei Schnellpartien und eine Fast-Classic-Partie. Ein Blitzsieg zählt einen Punkt, ein Schnellschachsieg vier und ein Sieg in der langen Partie acht. Steht es dann immer noch gleich, entscheidet eine Armageddon-Partie. Das Finale endet am 20. November, einen Tag früher als zunächst geplant.

Das Preisgeld für den Probelauf fehlt noch

Was es in Budapest zu verdienen gibt, haben die Veranstalter noch nicht verraten. Für die richtige Tour ab 2027 stehen die Zahlen dagegen fest. Es soll im Jahr mindestens 2,7 Millionen Dollar geben, je 750.000 für die ersten drei Turniere und 450.000 für das Finale der besten vier, dazu Prämien. Aronian, 2010 selbst Blitzweltmeister, freut sich vor allem auf die Mischung der Formate.

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