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Mit 81 Jahren: Lev Gutman gewinnt den Ems-Vechte-Cup

Der 16. Ems-Vechte-Cup in Lingen war kein Seniorenturnier, sondern ein offenes Turnier der niedersächsischen Grandprix-Serie, mit Jugendlichen und Titelträgern im Feld. Gewonnen hat ihn der Älteste unter den Favoriten: Lev Gutman, der am zweiten Turniertag 81 Jahre alt wurde.

7. Oktober 20262 Minuten LesezeitMatt am Freitag

Am Samstag, 26. September, wurde Lev Gutman 81 Jahre alt, und er verbrachte den Tag am Brett. Zwei Partien standen im Haus der Vereine in Lingen auf dem Plan, Gutman gewann beide und ging als einziger Spieler ohne Punktverlust in die vierte Runde. Auch die gewann er. Vor der Schlussrunde führte der Großmeister damit mit 4 Punkten aus 4 Partien, einen halben Punkt vor dem FIDE-Meister Jakob Weidemann.

Die beiden trafen in der letzten Runde direkt aufeinander. Nach gut zwei Stunden einigten sie sich auf Remis, und Gutman stand mit 4,5 Punkten aus fünf Runden als Turniersieger fest. Weidemann wurde mit 4 Punkten Zweiter, dahinter folgten Keno Aden und Alexander Bösel.

Ein offenes Turnier, kein Seniorenturnier

Der Ems-Vechte-Cup gehört zum Grandprix des Niedersächsischen Schachverbands, einer Serie offener Turniere, zu der in diesem Jahr auch das Kurt-Pape-Open, das Lessing-Open in Wolfenbüttel und das Vechta Open zählen. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Gespielt wurde vom 25. bis 27. September, von Freitag bis Sonntag, mit Ratingpreisen in drei Gruppen. Unter den Preisträgern waren die WCM Josephine Damen und der junge Dhuruvan Ramkumar. Gutman hat sich also gegen ein gemischtes Feld durchgesetzt, in dem die meisten Gegner seine Enkel sein könnten. Das ist mit 81 Jahren eine stolze Leistung, erst recht in einem Turnier mit fünf Partien an drei Tagen.

Mit 38 Teilnehmern war das Turnier allerdings kleiner als geplant. 46 hatten sich angemeldet, 50 Plätze waren ausgeschrieben. Die Ratingpreise unter 2000 gingen an Kai Hermann vor Niklas Wilmes, unter 1850 an Josephine Damen vor Dhuruvan Ramkumar, unter 1720 an Till Pohl vor Jonas Kuhl.

Von Riga über Israel nach Lingen

Gutman spielt für den SV Lingen, den Ausrichter, und der Ems-Vechte-Cup ist sein Heimturnier. Schon 2021 gewann er es an seinem Geburtstagswochenende, damals mit 4,5 Punkten aus 5 Partien. Geboren wurde er am 26. September 1945 in Riga. 1972 wurde er Meister der Lettischen Sowjetrepublik, 1980 wanderte er nach Israel aus und spielte für das Land bei den Schacholympiaden 1982 und 1984 jeweils am dritten Brett.

Seine größten Erfolge fallen in die Achtzigerjahre. 1986 teilte er im Open von Lugano den ersten Platz mit Viktor Kortschnoi, Nigel Short und James Plaskett und holte dabei die letzte Norm für den Großmeistertitel. 1987 gewann er das Open in Biel allein. Seit 1990 spielt er für den Deutschen Schachbund, und von 1990 bis 1993 wurde er viermal in Folge Deutscher Schnellschachmeister. Dazu kommen Eröffnungsbücher, unter anderem zur Schottischen Partie und zum Fajarowicz-Gambit. Seine beste Elo-Zahl erreichte er im Oktober 2000 mit 2547, in der Oktoberliste 2026 steht er bei 2269.

Der nächste Ems-Vechte-Cup ist schon angesetzt, er findet vom 22. bis 24. Oktober 2027 statt, diesmal also vier Wochen nach Gutmans Geburtstag.

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