Mankos zweite Norm in Budapest
Fünf Siege, drei Remis, eine Niederlage gegen Berczes: Mariia Manko wurde in der IM-B-Gruppe in Budapest mit 6½ aus 9 Zweite und holte ihre zweite WGM-Norm. Den Turniersieg holte mit einem halben Punkt Vorsprung der Inder Dinesh Rajan, der in der ersten Runde gegen sie verloren hatte.
Am 12. Oktober traf Mariia Manko in der ersten Runde der IM-B-Gruppe beim Budapest One Week mit Weiß auf den indischen FM Dinesh Rajan und gewann die Partie nach 41 Zügen. Der Inder ließ sich davon nicht aufhalten. Er gewann seine nächsten fünf Partien und lag am Ende mit 7 Punkten einen halben Zähler vor der Schweizerin.
Manko wurde mit 6½ aus 9 Zweite und erzielte damit ihre zweite WGM-Norm. Die erste hatte sie im März 2025 beim offenen internationalen Turnier zum Weltfrauentag in Augsburg geholt. Für den Titel der Großmeisterin fehlt jetzt eine dritte Norm. Die dafür geforderte Wertung von 2300 hatte sie im Juni 2025 mit 2354 schon überschritten, in der Oktoberliste steht sie bei 2297.
Zehn Spieler, neun Runden, ein halber Punkt
Gespielt wurde vom 12. bis 17. Oktober als Rundenturnier mit zehn Teilnehmern, 90 Minuten für die Partie und 30 Sekunden Zuschlag je Zug, bei einem Wertungsschnitt von 2255. Nach Elo-Zahl führte der Schotte Rishi Vijayakumar (2405) das Feld an, dahinter folgten die ungarischen Großmeister David Berczes (2350) und Attila Czebe (2309). Manko lag mit 2297 auf Platz vier, Dinesh Rajan mit 2281 auf Platz fünf.
Nach dem Auftaktsieg gewann Manko auch gegen Avadhoot und Mate Felmery. In Runde 4 trennte sie sich mit Schwarz von Vijayakumar remis, in Runde 5 folgte mit Weiß die einzige Niederlage, gegen Berczes. Danach schlug sie Miransh Vyas, spielte mit Weiß gegen Czebe remis und besiegte in Runde 8 den philippinischen IM Virgilio Vuelban. Vor der Schlussrunde standen sie und Dinesh Rajan mit je 6 Punkten an der Spitze. Manko remisierte mit Schwarz gegen den Candidate Master Mrinmoy Rajkhowa, Dinesh Rajan besiegte Vyas. Vijayakumar gewann ebenfalls und wurde mit 6 Punkten Dritter.
Die Partie gegen den späteren Sieger
Die Begegnung aus der ersten Runde war ein offenes Katalanisch. Entschieden wurde sie nach 25.fxe5. Schwarz schlug den Bauern mit dem Turm zurück, 25...Txe5, und Stockfish sieht Weiß danach mit +2,4 auf Gewinn. Mit 25...Se8 hätte Schwarz die Stellung bei +1,2 gehalten, Weiß wäre dann klar besser geblieben. Es folgten 26.Df4 De7 27.Sf5 Dc5+ 28.Kh2.
Den nächsten Fehler machte Schwarz im 28. Zug. Nach 28...Tbe8 29.Sd6 steht Weiß nach der Engine mit +6,0 auf Gewinn, nach 28...Tee8 hätte Weiß mit +3,6 ebenfalls auf Gewinn gestanden. Dinesh Rajan hatte da schon deutlich mehr Zeit verbraucht als seine Gegnerin. Ab dem 31. Zug standen bei ihm weniger als fünf Minuten auf der Uhr, bei Manko noch mehr als 20.
Von der Ukraine zur Schweizer Meisterin
Manko ist 18 Jahre alt, stammt aus der Ukraine und wird bei der FIDE seit Dezember 2022 für die Schweiz geführt. 2023 erhielt sie den Titel einer FIDE-Meisterin der Frauen, 2024 den einer Internationalen Meisterin der Frauen. Im selben Jahr wurde sie Schweizer Meisterin. Sie wohnt in Granges-Paccot und spielt für die Schachklubs Payerne und Wollishofen.
In der Wertungsliste vom Juni 2025 stand sie bei 2354, das ist der höchste Wert seit Februar 2023, ab dem die Verlaufsliste der FIDE zurückreicht. Im Oktober 2026 hat sie 2297 Punkte. Mit dem Ergebnis von Budapest, 6½ aus 9, gewann sie laut Turniertabelle 28,6 Wertungspunkte hinzu.
