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Jugend-WM: Kasachstan holt sieben von zwölf Titeln

Nach elf Runden in Doppelrunden mit 45 Minuten plus 30 Sekunden pro Zug sind die zwölf Weltmeisterinnen und Weltmeister der Altersklassen U7 bis U17 ermittelt. Kasachstan holte 13 der 36 Medaillen, Milana Filippova gewann alle elf Partien, und in drei Klassen fiel der Titel erst in der Feinwertung.

20. Oktober 20264 Minuten LesezeitMatt am Donnerstag

Zwei Mädchen, beide mit 8 Punkten aus zehn Runden, und eine Schlussrunde, die über den Titel in der U7 entschied: Leila Aldazharova aus Kasachstan schlug Chen Yi Estelle Yap, die Kanadierin Echo Heming Fang kam gegen ihre Gegnerin nur zu einem Remis. So gewann Aldazharova mit 9 aus 11 allein, ihre Landsfrau Alima Akimkhan wurde mit 8,5 Zweite, Fang mit ebenfalls 8,5 Dritte. Es war einer von sieben kasachischen Titeln in Roquetas de Mar.

Am Dienstag, dem 20. Oktober, ging die Weltmeisterschaft nach elf Runden zu Ende, die letzte Partie begann um 16 Uhr. 721 Spielerinnen und Spieler aus 82 Ländern waren im Evenia Zoraida Hotel Resort an den Start gegangen, verteilt auf zwölf Klassen von U7 bis U17, jeweils offen und für Mädchen. Neu war das Format: zwei Runden am Tag mit 45 Minuten Bedenkzeit plus 30 Sekunden pro Zug, die trotzdem als klassisches Schach gewertet werden. Der Deutsche Schachbund spricht von der ersten Austragung in dieser Form.

Sieben Titel, dreizehn Medaillen

Im Medaillenspiegel steht Kasachstan mit sieben Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen vorn, das sind 13 der 36 vergebenen Medaillen. Die Mongolei folgt mit zwei Titeln, Usbekistan mit einmal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze. Kasachische Weltmeister wurden neben Aldazharova Makar Chernyshov in der U7 offen mit 9 Punkten, Amaliya Yedresheva in der U9 der Mädchen, Milana Filippova in der U11 der Mädchen, Amirzhan Anetov in der U11 offen, Danis Kuandykuly in der U13 offen und Aldiyar Zhauynbay in der U15 offen.

Filippova, an Nummer 1 gesetzt, gewann alle elf Partien. Silber ging mit 8 Punkten an Alexandra Aymerich Sazonova, die unter FIDE-Flagge spielte und als Nummer 20 gesetzt war, Bronze mit ebenfalls 8 an die Usbekin Husnorakhon Khusnitdinova. Beide hatten als Nummer 4 und 5 begonnen und verloren gegen die Siegerin. Kuandykuly, Internationaler Meister und Top-Gesetzter der U13, gab in elf Runden nur einen halben Punkt ab und kam auf 10,5. In der siebten Runde hatte er mit Schwarz den bis dahin führenden Ägypter Abdalrahman Sameh Mohamed besiegt, der mit 9 Punkten Zweiter wurde. Bronze holte mit 8,5 sein Landsmann Alimzhan Zhauynbay.

Anetov hatte als Nummer 1 der U11 mit 2270 die höchste Elo-Zahl im Feld und gewann am Ende 9,5 Punkte, vier Partien in Folge zum Abschluss, darunter die gegen den Usbeken Akbar Mustafakulov. Der wurde mit 8,5 Zweiter, Dritter der Kasache Rauan Bakhyt. In der U15 offen gewann Aldiyar Zhauynbay mit 9 Punkten vor seinem Landsmann Aldiyar Zharas mit 8. Bronze ging an Manh Duc Nguyen aus Vietnam, der vier weitere Spieler mit ebenfalls 8 Punkten per Feinwertung hinter sich ließ, darunter den Wertungsfavoriten Siddharth Singh aus den USA.

Wenn die Feinwertung entscheidet

In der U9 der Mädchen lagen drei Spielerinnen nach elf Runden mit 8,5 Punkten gleichauf. Die Feinwertung machte Yedresheva zur Weltmeisterin, obwohl sie als Nummer 18 gestartet war. Silber ging an Varvara Volkova unter FIDE-Flagge, Bronze an die Finnin Stella Zhu. In der U17 der Mädchen kamen die Mongolin Batpelden Buyankhishig und die Georgierin Kesaria Mgeladze beide auf 9,5 Punkte, den Titel bekam Buyankhishig. Mgeladze hatte nach sechs Runden noch alle Partien gewonnen. In der U17 offen standen drei Spieler bei 8,5, und der Litauer Zanas Nainys, der bis zur Halbzeit mit 6 aus 6 geführt hatte, wurde Weltmeister. Zwei Spanier komplettierten das Podium: Daniel Tabuenca Mendataurigoitia gewann Silber, Iago Fernandez Ramos Bronze.

Auch in der U9 offen kam es auf die letzte Runde an. Der Ukrainer Myron Netrebka siegte auf dem zweiten Brett und gewann mit 9,5 Punkten vor dem Usbeken Sayfuddin Erkinboev mit 9. Der Pole Wiktor Stankowski besiegte Erkinboev mit Schwarz und kam mit 8,5 auf Bronze. In der U7 offen blieb der Pole Ignacy Mongay Miland, der nach sechs Runden 6 aus 6 hatte, mit 8,5 Punkten Zweiter hinter Chernyshov, Daniil Aslanov unter FIDE-Flagge wurde mit demselben Ergebnis Dritter. Der Ägypter Mohab Ahmed Assem lag vor der Schlussrunde mit 8 aus 10 noch im Rennen, verlor und landete auf Rang 4.

In der U13 der Mädchen belegten Usbekinnen Gold und Silber: Lazizabonu Komiljonova gewann mit 8,5 Punkten, Sarvinoz Begmuratova wurde mit 8 Zweite. Die Rumänin Maria Anistoroaei sicherte sich mit 7,5 Bronze, nachdem sie vier Spielerinnen mit gleicher Punktzahl per Feinwertung hinter sich gelassen hatte. In der U15 der Mädchen siegte die Mongolin Batkhishigt Enkhnamuun mit 8,5 Punkten. Dahinter lagen drei Spielerinnen mit 7,5, und die Feinwertung ordnete Silber der Vietnamesin Nguyen Bao Linh Vu zu, die als Nummer 25 gestartet war, und Bronze der Kasachin Aiaru Altynbek, der Top-Gesetzten.

Deutsche und Schweizer Ergebnisse

Deutsche Medaillen gab es nicht, die besten Platzierungen waren zwei sechste Plätze: Daniel Nunez Gregoire in der U17 offen und Abigail Tan Jerome in der U7 der Mädchen.

Der Schweizerische Schachbund meldete eine 14-köpfige Delegation. Maria Waaijenberg erreichte in der U15 der Mädchen mit 6 Punkten Rang 19, als Nummer 29 von 43 gesetzt. Noah Pellegrini und Lorys Aubier holten mit je 6,5 Punkten die meisten Punkte. Pellegrini, an Nummer 44 gesetzt, wurde in der U17 offen Zwanzigster und gewann in der Schlussrunde mit Schwarz gegen den topgesetzten belgischen FIDE-Meister Maxime Hauchamps, der mit Elo 2419 das Feld anführte. Aubier belegte in der U11 Rang 21 und war als Nummer 20 gestartet.

Roquetas de Mar bleibt im Kalender: Javier Ochoa de Echagüen, Präsident des spanischen Schachverbands, kündigte bei der Abschlussfeier die Weltmeisterschaften U7 bis U11 im November an sowie die Schnellschach- und Blitzweltmeisterschaft 2027 nach der Osterwoche. Die Feier dauerte rund 90 Minuten und begann mit einem Flamenco-Auftritt der Gruppe Duende Andaluz.

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