Gukesh sucht vor Genf spirituellen Beistand
Vier Wochen vor der ersten Partie hat Gukesh einen Ashram besucht, um sich Segen für den Titelkampf zu erbitten. Er will dort auch Ruhe für die mentale Vorbereitung finden. Sein Herausforderer Javokhir Sindarov geht dagegen mit einem Turniersieg in die letzte Phase.
Am Mittwoch, dem 28. Oktober, besuchte Weltmeister Gukesh Dommaraju den Ashram des Gurus Neem Karoli Baba. Er wollte sich vor dem Titelkampf gegen Javokhir Sindarov Segen erbitten und sich ein wenig Zeit für die mentale Vorbereitung nehmen. Bekannt wurde der Besuch zwei Tage später.
Ein Lehrer, der seit 1973 tot ist
Neem Karoli Baba wurde um 1900 als Lakshman Narayan Sharma geboren und starb am 11. September 1973. Er gilt als einer der meistverehrten spirituellen Lehrer Indiens im 20. Jahrhundert. Seine Anhänger nannten ihn Maharaj-ji, er war ein Verehrer des Gottes Hanuman. Zu seinen Lebzeiten entstanden zwei große Ashrams, einer in Kainchi bei Nainital, den er 1964 gründete, und einer in Vrindavan. Welchen davon Gukesh besucht hat, ist nicht bekannt.
Die mentale Seite ist für Gukesh nichts Neues. Er hat mit dem Mentaltrainer Paddy Upton gearbeitet, auch vor dem Sieg über Ding Liren 2024. Im Juni sprach er in einem Interview mit der Hindustan Times offen über seine schwache Form und nannte sie den Elefanten im Raum. Er wolle eine innere Quelle der Motivation finden, die weniger von Ergebnissen abhängt. Zuvor war er bei Norway Chess und beim Chennai Grand Masters Letzter geworden. Bei der Olympiade in Samarkand spielte er wieder besser.
Sindarov will nichts hineinlesen
Sindarov reist mit dem Rückenwind von Saint Louis an. Er gewann dort das Clutch Chess und hat damit sein letztes Turnier vor dem Kampf gewonnen. Gukesh war bei der Ausgabe 2025 dort Letzter. Auf den Gegensatz angesprochen, winkte der Herausforderer ab:
Ich glaube nicht, dass das etwas bedeutet. Ich glaube daran, die besten Züge zu machen.Javokhir Sindarov · übersetzt nach World Chess
Magnus Carlsen beschreibt Sindarov als vielseitigen Spieler ohne offensichtliche Schwächen.
Anreise am 20. November
Die beiden Spieler werden am 20. November in Genf erwartet. Die Eröffnungsfeier folgt am 22. November, das technische Treffen am 23. November, die erste Partie am 24. November. Es geht um höchstens 14 klassische Partien, wer zuerst 7,5 Punkte erreicht, ist Weltmeister. Der Preisfonds beträgt 2,5 Millionen Dollar. Gespielt wird in der Fondation Martin Bodmer in Cologny bei Genf.
